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„Ihr nach Mallorca? Pauschalurlaub? Im Ernst?“

Unser zweiter Urlaub in diesem Jahr

sollte ein entspannterer Urlaub werden – mit kurzer Anreise, ohne extreme Sightseeingtouren, mit genügend Sonne und mit der Möglichkeit etwas zu erleben wenn man es möchte. Unsere Wahl fiel auf einen All-Inclusive Pauschalurlaub in Cala Millor auf Mallorca. Mallorca wollten wir immer schon mal sehen, da alle von dieser schönen Insel schwärmen. Dafür, dass wir die Reise eine Woche vor Abflug gebucht haben, waren wir mit der Wahl sehr zufrieden. Als wir dies unserem Umfeld freudestrahlend verkündeten, schauten wir in irritierte und sehr ungläubige Gesichter – „Ihr nach Mallorca? Pauschalurlaub? Im Ernst?“.

Als wir unsere Reise Sonntagabend um 21:18 mit den Öffis zum Flughafen antraten freuten wir uns sehr, waren aber dennoch unsicher und aufgeregt, was uns wohl in so einem „Malle-Urlaub“ erwarten würde. Hatten die anderen Recht und wir würden von unserer Wahl enttäuscht? Wir landeten am Montag um 7.30 h in Palma, waren also bereits 10 Stunden unterwegs. Schonmal kein großer Unterschied zu einer Fernreise. Unser Transfer zum Hotel verlief problemlos. Nachdem wir in der Stunde Fahrtzeit quer über die Insel erste Eindrücke der Vegetation bekommen konnten, ereilte uns ehrlicherweise doch der erste Schock beim Anblick der vielen, vielen Hotelghettos an der Ostküste. Um diese Uhrzeit war es noch wie ausgestorben und viel Sonne ließ sich noch nicht blicken. Es wirkte alles recht traurig und ich, Christine, sah mein in diesen Urlaub investiertes kleines Vermögen vor meinem inneren Auge zerrinnen. Wir beschlossen aber uns einfach drauf einzulassen und nicht vorschnell zu urteilen. So viele Menschen, die hier jährlich Urlaub machen, können nicht alle einen schlechten Geschmack haben. Immerhin sah unser Hotel, das Cala Millor Garden, mit am besten aus.

Der Check-In

verlief professionell, das Zimmer war wie beschrieben und auch stilvoll eingerichtet. Alles ist ein wenig abgewohnt, aber sauber. Zum Glück haben wir ein Superior Zimmer gewählt, das einer normalen Hotelzimmergröße entspricht, die normalen Zimmer müssen recht klein sein. Unser Rahmenprogramm für die nächsten zwei Wochen: Frühstück von 8-10h, Snacks an der Poolbar von 11-13h, Mittag von 13-14.30h, Abendessen von 18.30.-21h, Bar von 18-00h. Minibar wird einmal kostenlos aufgefüllt, Animationsprogramm wird auf dem Fernsehkanal 1 ausgestrahlt, Pool ist geöffnet von 10-18h. Ok, dachten wir uns, erkunden wir zunächst das Hotel. Unfassbar, wir sind mitten in einem Essensloch angekommen! Ausgerechnet heute hatte die Poolbar nicht geöffnet, so dass wir tatsächlich auf Mittagessen warten mussten. Das geht ja gut los. Wir setzen uns an die andere Bar und akklimatisieren uns erst einmal bei einem Bier und einem plörrigen Tequila Sunrise. Erstes Fazit: Keine Cocktails mit Saft bestellen, Bier und Kaffee sind aber lecker. Wir blicken über die Hotelanlage. Alles sieht so aus, wie auf den Fotos des Anbieters, aber irgendwie wirkt es noch so ungemütlich, fremd, „pauschalig“. Hier wollte ich mich doch wohlfühlen, abhängen, die Gedanken schweifen lassen und einfach nur entspannen. Ich erinnere mich aber, dass es mir auch in Thailand und co. oft so ging, dass es eine Eingewöhnungszeit braucht und dann alles gut ist. Betrachten wir es einfach als die Erkundung eines fremden Kulturkreises wie wir es von unseren Reisen gewohnt sind.
Um es vorweg zu nehmen, genauso ist es auch gekommen und sowohl unsere Zimmer, als auch die Hotelanlage ist zu einer Art Oase geworden. Mittlerweile finde ich mich schon ganz gut in meiner ursprünglichen Vorstellung wieder. Das Personal ist zudem extrem freundlich und der Service perfekt.

Nach einem Erholungsschläfchen

sah die Welt schon ganz anders aus. Wir gingen zum Strand und liefen die Promenade entlang bis zum nächsten Ort, Cala Bona. Die Promenade ist richtig schön lang und hübsch gestaltet, mit vielen Sitzbänken zum aufs Meer schauen und träumen und man hat hier einen schönen Sandstrand der, zumindest zu dieser Jahreszeit, nicht überfüllt ist. Das Panorama zur einen Seite bietet Hotelkolosse und überwiegend geschmacklos gestaltete Tourishops mit wiederum ganz gemütlichen Cafés dazwischen. Dahinter befindet sich eine noch geschmacklosere Einkaufsstraße. Das Panorama zur Meerseite hingegen ist wirklich sehr schön. Das Wasser ist strahlend blau, zwischendurch ragen schwarze Felsen empor und an den Seiten bilden diese den Abschluss der Bucht.

Cala Millor Strandpromenade Hotel und Meer

Abends

haben wir das für diesen Tag zweite Buffet mitgenommen und es war wieder aufregend, was es wohl zu bieten hat. Man kann sagen, dass jeder auf dem Buffet etwas für sich findet. Auch ich als Vegetarierin. Die vegetarischen Beilagen sind leider nicht alle sehr spannend, aber es gibt eine Nudelstation, an der a la Minute auf Wunsch zubereitet wird und Brot mit ganz vielen Ölen und Salzen. Besser gefällt mir noch das Frühstück, wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte.

Nach dem Essen saßen wir noch ein wenig an der Hausbar. Das Animationsprogramm, eine Artistik-Show, war nicht sonderlich spannend, aber der Gin Tonic dafür lecker.

Fabelhafte Geräusche aus dem Gulli und ein durstiger weißer Hase

Nach unserem leckeren Standardfrühstück düsten wir mit dem Roller durch die grüne Inselmitte Koh Phangans an die Südküste. Im viel beworbenen Fisherman’s nahmen wir einen Mittagssnack und ich erholte mich bei einer Kokosnuss von meinem der Schwüle geschuldeten Schwindel.

Dann wollten wir mal an den Ort, an dem die sagenumwobenen Fullmoonparties stattfinden, dem Haad Rin. Viele Menschen treffen sich an Vollmond- und auch an Halbmondabenden dort, um am Strand zu elektronischer Musik kräftig zu feiern und zu sau….tanzen. Zu den Parties sollte man auf keinen Fall selbst fahren, sondern entweder in der Nähe nächtigen oder sich einen Fahrer organisieren. Grund: Die Straße, die zum Haad Rin führt ist extrem kurvig und steil. Riesige Warnschilder und dicke Leitplanken lassen darauf schließen, dass hier schon viele Unfälle passiert sind. Der Ort ist relativ heruntergewirtschaftet, ganz nach dem Motto “für eine Partynacht genügt es”. Der Strand ist in Ordnung, man kann hier tagsüber seinen Rausch ausschlafen und er ist gesäumt von Bretterbudenbars und -bühnen. Auch wenn bei unserem Besuch gerade keine Party anstand konnte man erahnen, wie es hier in etwa abgeht. In einem Schaufenster fanden wir zum Beispiel das Cocktaileimer-Kit. Um sicherzugehen, dass einem bei der Party keine Drogen untergejubelt werden, wird dringend empfohlen, nur Getränke aus versiegelten Flaschen zu trinken. Daher werden auch die Cocktails lieber selbst gemischt.

Auf ging es weiter die Insel erkunden. Wir fuhren die Südküstenstraße wieder zurück bis man in Höhe des Baan Kai Village wieder Richtung Norden kommt. Auf dem Weg gen Norden bogen wir rechts ab und fuhren über eine Schotterpiste zu einer Stätte, an der Wasserfall-Parties stattfinden (Sramanora Waterfalls). Ziemlich verrückte, in neonfarben dekorierte Location mit riesigen Steinen über die wohl zu regenreicheren Zeiten Wasserfälle rauschen. Ein Stückchen weiter nördlich sahen wir den größten Yang Na Baum.

Weiter ging es über eine ganz neu wirkende, breite Straße berauf durch die grüne Inselmitte. Die Luft wurde kühler und ein Gefühl von Ursprünglichkeit kam auf.  Am Kreisverkehr bogen wir gen Osten ab, besuchten den Thang Nang Wasserfall und ein Denkmal auf dem Weg.

Wir machten kehrt, fuhren die Straße zurück und bogen gen Norden ab. Eigentlich war unser Ziel der abgelegene Bottle Beach. Rausgekommen sind wir aber am Ao Thong Nai Pan Yai. Auch ein schönes Fleckchen mit Unterkünften und Restaurants direkt am Strand. Hier gingen wir auf dem Sand auf und ab, nahmen einen schnellen Kokosdrink und machten und auf den Rückweg, um nicht allzuspät zurückzukommen. Dunkel wurde es dann auf der Rückfahrt doch und unsere Tanknadel neigte sich dem Exitus. Nachdem wir die Bergkuppe passiert hatten, tankten wir das erste Mal an einer “Flaschentankstelle”. Hier wird das gelb-orangene Zweitaktgemisch für Zweiräder in selbstabgefüllten Spirituosenflaschen angeboten. Immerhin wird man hier sogar betankt.

Wieder an der gut beleuchteten Südküste Koh Phangans angekommen, entspannten wir uns und hielten an einem Strand beim Baan Tai Village. Hier lief entspannte Goa-Mucke bei neonfarbener Deko und lauschiger Beleuchtung und wir ließen uns auf einer Decke an einem Tischchen am Strand nieder.

Goa-Chill-Out beim Baan Tai Village.
Goa-Chill-Out beim Baan Tai Village.

Irgendwann hatten wir genug von der Musik und gingen Richtung Straße, als wir seltsame Geräusche wahrnahmen. Es ist schwer zu beschreiben, aber am ehesten hörte es sich an, als wenn eine Geige muht. Wir orteten die Geräusche und sie drangen tatsächlich durch die Gullideckel aus der Kanalisation! Wir vermuten, dass es eine Art Froschgesang war.

Die Gesänge führten uns zu unserer nächsten Station, dem “White Rabbit”. Bei dem Namen musste es eine Bar nach unserem Geschmack sein. Und das war sie auch. Es war nicht viel los, aber wir saßen an der Bar und führten ein nettes Gespräch mit einem Engländer und seiner thailändischen Freundin und mit den lieben Besitzern. Sie ist Thai und er ist Finne. Ein kurioses Paar! Sie sehr quirlig und redefreudig und er konterte mit finnischer Gelassenheit. Wir bekamen auch gleich Tipps für einen guten Schnorchelspot und wurden sogar für den nächsten Tag zum Barbecue eingeladen.

Durch einen Regenschauer ging es quer durch die Insel wieder zurück gen Norden nach Haus. Am hiesigen 7 Eleven gönnten wir uns noch Sandwiches als Betthupferl.