Archiv der Kategorie: Reise

Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen aus den von uns bereisten Ländern und Regionen für uns, sowie Postkartenersatz für Freunde und Verwandte. Und für alle von Fernweh geplagten.

Zelten im Regen

Heute ging unsere Fahrt zum Plitvicer Nationalpark über den Ort Senj an der Küste. Viel gibt es dort nicht zu entdecken, außer einem Castell auf dem Berg, von dem man einen ganz schönen Überblick über die Gegend hat. Es gibt kleine Gassen, viele Restaurants und einen kleinen Hafen. Am nettesten war der ältere Mann, der in der Stadt in einem Laden seine selbstgebastelten Kunstwerke verkauft. Er stand mit seinen weißen langen, zum Pferdeschwanz gebundenen Haaren und einer Mütze auf dem Kopf so dekorativ an seiner Hauswand, dass wir erst dachten, er wäre nicht echt. Nachdem er uns aber im Vorbeigehen anlächelte, schauten wir bei ihm rein. Leider fanden wir nichts passendes, er verwickelte uns aber in ein Gespräch mit dem Satz “This is no church, you can speak louder.” Wir bekamen einen kompletten Steckenvorschlag von Plitvice nach Dubrovnik aufgeschrieben und eine selbstgemalte Straßenskizze der Stadt Senj. Künstler halt. Falls Ihr also mal in Senj Halt macht, schaut bei dem Kauz mit dem Schalk im Nacken vorbei.
Unser Plan in Nationalparknähe zu campen, ging auf. Wir zogen auf den Campingplatz Korana, der vom Nationalpark geführt wird. Die Befürchtung, er sei vielleicht wegen der Hauptsaison ausgebucht, hat sich nicht bewahrheitet. Zum einen hat es den ganzen Tag geregnet, auch beim Aufbau unseres Zeltes und zum anderen ist es ein riesiges Areal mit Grünflächen soweit das Auge reicht. Allerdings gibt es hier viele Hügel und man muss ein bisschen zirkeln, wie das Zelt am besten passt. Wir sind begeistert von der Sauberkeit der sanitären Anlagen. Morgens ist eine fleissige Dame die ganze Zeit dabei alles zu wischen und zu feudeln. Hier gibt es noch ein Restaurant, eine Bar mit WLAN, einen Snackkiosk und einen kleinen Laden, in dem man alles zu Supermarktpreisen bekommt, z.B. Frühstücksbrötchen und frisch aufgeschnittenen Belag.

Kroatien – Wir sind da!

Gestern morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück für Mensch und Technik weiter in Richtung Kroatien. Wir planten, uns in Triest umzuschauen, dort zu bleiben und noch die italienische Pasta zu probieren. Ohne Reiseführer und WLAN und mit einem Informationsbüro mitten in der Innenstadt ohne Parkmöglichkeiten taten wir uns schwer, eine Bleibe zu finden. Zudem sahen wir auf den ersten Blick außer einem Hafen und viele alte große Gebäude nichts, was uns angespornt hätte, es doch noch zu versuchen. Also fuhren wir weiter.
Es ging ein kleines Stück durch Slowenien, die Sonne schien und die Welt sah plötzlich ganz anders aus. Grüne bewaldete Hügel, kleine Dörfer, breite Fahrbahn. Sehr entspannt und gemütlich. Nachdem uns diverse Buden am Straßenrand die anboten, Euro in die kroatische Währung Kuna zu wechseln, taten wir dies und es stellte sich heraus, das es aufgrund der Mautgebühren ab der Grenze durchaus schlau war.
Im Lonely Planet lasen wir von einem Yoga-Hostel, dem Hostel Dharma, in Rijeka der ersten großen Stadt nach der Grenze. Dort probierten wir es und hatten Glück. Wir bekamen ein Dreierzimmer für uns allein für ca. 50 Euro. Es liegt im östlichen Ausläufer der Stadt fast direkt neben einer großen Shoppingmall. Da das Zimmer noch nicht bereit war, machten wir einen Spaziergang den Berg hinunter und entdeckten einen kleinen Stadtstrand. Gleich daneben ist ein Anleger für große Schiffe und Ladekräne. Klingt nach einer komischen Kombination, aber das Wasser sah dennoch sehr klar aus. Ein richtig gemütliches Plätzchen, an dem Einheimische spazieren gingen und badeten. Sogar eine Strandbar gab es. Die haben wir ausnahmsweise ausgelassen, sind am Wasser entlang gewandert und haben im Restaurant Borik gegessen. Es war üppig und lecker mit einem super Service.
Das Zimmer war übrigens super. Zwar wie ein Hostelzimmer eingerichtet, aber modern und sehr sauber. Uns wurde eine kostenlose Yogastunde um 7h am nächsten Morgen angeboten, die ich nutzte, während Jan noch weiter schlummern konnte. Ein kleines Grüppchen versammelte sich auf den Matten und machte mit dem Yogalehrer, den man auch liebevoll Yogibär nennen könnte konzentriert Morgengymnastik. Zu empfehlen. Danach gab es für 2.50 € ein vegetarisches Frühstück mit Kaffee. Das Hostel ist nämlich eine fleisch-, alkohol- und rauchfreie Zone.
Rijeka anzuschauen haben wir uns gespart und fahren nun weiter Richtung Plitvicer Seen. Übrigens fragen wir uns, wo sich die unfreundlichen Kroaten verstecken. Zuvor hörten und lasen wir, dass man nicht allzuviel Gastfreundschaft bei der ersten Begegnung erwarten sollte und mürrisches Verhalten an der Tagesordnung liegt. Alle Kroaten, die uns bisher begegnet sind, waren sehr freundlich, redefreudig und haben sogar freiwillig gelächelt! Besonders die Männer wirken teils wie sanfte Riesen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir bleiben wachsam.

Venedig

Nach dem nächtlichen Gewitter packten wir am frühen Morgen unser Zelt zusammen und starteten zu unserem nächsten Reiseziel Venedig. Nach 90 minütiger Fahrt erreichten wir unsere neue Bleibe, den Campingplatz Rialto. Direkt vor der Tür fährt der Bus innerhalb von 10 Minuten in die Innenstadt Venedigs. Da diese eh autofrei ist, liessen wir unser Auto stehen und machten uns auf den Weg in die City.

Bei traumhaft sonnigem Wetter zogen wir durch die Stadt. Immer entlang der Kanäle und über die vielen Brücken. Dabei versuchten wir natürlich, möglichst alle Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Allerdings beschränkten wir uns auf den Blick von aussen, was für einen Tag auf jedenfall genug Eindrücke bietet. Auffällig ist, dass es in Venedig kaum Grünflächen gibt. Dadurch wird jeder Balkon mit Blumenkasten sofort zum touristischen Fotomotiv.

Rund um den Markusplatz und entlang der Promenade war es unglaublich wuselig. Ansonsten fanden sich viele schöne ruhige Ecken. Die Stadt ist wirklich etwas besonderes. Wir hatten uns ehrlich gesagt, bisher kaum Gedanken oder Vorstellungen gemacht und waren daher besonders überwältigt. Definitiv eine dieser Städte, in denen man einmal gewesen sein sollte.Gondoliere in Venedig

Zurück am Campingplatz fing es fürchterlich an zu schütten. Glücklicherweise gibt es hier einen Mini Markt mit Bar und warmem Essen und vor allem Plätze unter einem schützendem Pavillion. WLAN kann man sich für 2 € kaufen und gilt für 24h.

Sirmione am Gardasee

Der von uns eher zufällig gefundene Ort Sirmione ist eine Landzunge, die an der untersten Stelle des Gardasees schmal ins Wasser ragt. Die Altstadt liegt im Norden der Halbinsel und ist wirklich schön. Hier haben sich allerdings scheinbar sämtliche Touristen in der Ferienzeit versammelt. Dennoch war es schön durch die kleinen Gassen zu schlendern und ein riesiges, kleckerndes Gelato zu schlecken. Die Altstadt ist umgeben von Stadtmauern und hat viele historische Gebäude wie beispielsweise die Scaligerburg und einen fantastischen Blick auf den wie ein Meer wirkenden See zu bieten. Nach dem kleinen Marsch von 2km zurück zum Campingplatz, testeten wir das anliegende Restaurant, befanden es für gut und fallen jetzt auf unsere Isomatten zur Nachtruhe. Buena Notte!

Alp-Raum

Nach dem Frühstück in der Pension ging es gestern zur nahegelegenen Hängebrucke Highline179. Diese verbindet auf eine Länge von 406  Metern zwei Berge und ist mit der langen Stahlkonstruktion die längste ihrer Art und daher ein Fall fürs Guinnessbuch. Zusammen mit der Ruine der Ehrenburg ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert, sofern man schwindelfrei ist.

Weiter ging es durch die wunderschöne Alpenlandschaft von Tirol. Wir machten erst wieder kurz Rast, als wir an der Mautstelle am Timmelsjoch angekommen sind. Hier gibt es ein sehr neues, cooles Café mit angeschlossenem Motorradmuseum. Entsprechend thematisch gestaltet ist es.

Von mittlerweile 2175m ging es dann auf den höchsten Punkt der Strecke, auf ca. 2500m. Hier fuhren wir dann plötzlich scharfe Kurven im Nebel einer Wolke. Die Sichtweite lag hier bei 5 bis 10 Metern,  so dass wir uns mit mit einem Tross Motorradfahrern im Nacken nur im Schneckentempo durch die Serpentinen schlichen. Auch nur zu unserer Freude besserte sich das Wetter auf der Abfahrt zu einem kräftigen Regenguss. 

Nach einer Weile im Tal angekommen, ging es durch Südtirol zum Gardasee in Italien. Wir freuten uns wie die Schneekönige über unsere erste leckere Pizza auf dem Weg.

Abends am Gardasee, merkten wir, dass es gar nicht so einfach ist, eine passende Unterkunft zu finden. An der Ostseite gibt es kaum Campingplätze, dafür aber schicke Hotels, außerhalb unseres Budgets. Je später der Abend, umso weniger sahen wir es ein, für die Übernachtung zu zahlen. Knauserig und frustriert beschlossen wir einfach in guter alter Backpackermanier auf einem Parkplatz im Auto zu übernachten. In dem Örtchen war abends zum Glück nichts los, so dass wir den Platz für uns hatten. Einziger Haken an der Sache: Dem videoüberwachtem Parkplatz angeschlossen war eine Polizeiwache. Da aber weder ein Park- noch ein Campingverbot ausgeschildert war und die Wache ziemlich verlassen war, wagten wir es. Geschlafen haben wir allerdings quasi mit einem Fuß am Gaspedal und dem Autoschlüssel in der Hand.

Als wir heute morgen um 5 Uhr ziemlich verknautscht los fuhren, waren wir dennoch froh, die “teure” Unterkunft vom Vortag wieder reinbekommen zu haben.

Heute haben wir nach weiterer Suche am Süden des Sees einen Campingplatz mit Atmosphäre gefunden – Camping Sirmione. Unser Zeltchen steht und die Welt ist wieder toll. Frisch und ein wenig ausgeruht geht es nun in den gleichnamigen Ort.