Archiv der Kategorie: Kroatien

Roadtrip 2016

Kroatien

Wir fahren von den Plitvicer Seen über Trogir und Split die kroatische Küste entlang bis nach Dubrovnik

Von Plitvice über die Festung in Knin nach Split

Nach unserem Besuch der Plitvicer Seen fuhren wir durch das Landesinnere weiter in süd-östliche Richtung. Ein Ziel für den heutigen Tag haben wir nicht festgelegt. In Knin machten wir unseren ersten Zwischenstop und besuchten eine Festung aus dem 9. Jahrhundert. Von der großen Anlage hat man wie bei Festungen üblich eine gute Aussicht auf die Umgebung und der brennenden Sonne konnten wir durch den Besuch einer kleinen ethnologischen und archeologischen Ausstellung entkommen. Besonders eine derzeitige Ausstellung zum Kosovokrieg fanden wir sehr interessant, so  dass wir doch eine ganze Weile hier verbracht haben. Nun war es an der Zeit sich über den heutigen Schlafplatz gedanken zu machen. Da Campingplätze an der Küste häufiger vorkommen, entschlossen wir uns bereits heute nach Split zu fahren.

 

Plitvice-Platsche

Nach einem leckeren Frühstück  auf den in der Sonne wieder getrockneten Bänken ging es entspannt zum Nationalpark Plitvicer Seen. Wir nahmen das Auto, es gibt aber auch einen Shuttlebus vom Campingplatz. Parken kostet 1 Euro pro Stunde und der Eintritt 26 pro Person. Tipp: Schlangestehen am Ticketschalter mit einplanen in der Saison. Eventuell gibt’s die Tickets auch auf dem Campingplatz.

Nun zum Wesentlichen: Dieser Park ist ein echtes Naturspektakel! Zu Recht gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe. Wir würden ihn auf der Wichtigkeitsskala auf einer Ebene mit dem Grand Canyon in den USA, dem Uluru in Australien oder auch Villefranche de Conflent in Frankreich (kleine Werbung in eigener Sache-hehe) sehen. Unzählige kleine Wasserkaskaden und kleine bis sehr hohe Wasserfälle plätschern, brausen und rauschen um einen herum, während man auf einem hölzernen Pfad ein Foto nach dem nächsten schießt. Besonders ist, dass das ganze System aus vielen Seen besteht, die ineinander fließen. Das Wasser ist kristallklar, so dass man jede Menge Fischis sieht, und leuchtet blau-türkis in der Sonne. Herrlich! Die Wege sind für alle Fitnessstufen übrigens sehr gut passierbar. Trotz, dass es auf einigen Wegen nur in Karawanen voranging, lohnt es sich. Wer in Kroatien ist, darf die Plitvicer Seen auf keinen Fall verpassen.

Zelten im Regen

Heute ging unsere Fahrt zum Plitvicer Nationalpark über den Ort Senj an der Küste. Viel gibt es dort nicht zu entdecken, außer einem Castell auf dem Berg, von dem man einen ganz schönen Überblick über die Gegend hat. Es gibt kleine Gassen, viele Restaurants und einen kleinen Hafen. Am nettesten war der ältere Mann, der in der Stadt in einem Laden seine selbstgebastelten Kunstwerke verkauft. Er stand mit seinen weißen langen, zum Pferdeschwanz gebundenen Haaren und einer Mütze auf dem Kopf so dekorativ an seiner Hauswand, dass wir erst dachten, er wäre nicht echt. Nachdem er uns aber im Vorbeigehen anlächelte, schauten wir bei ihm rein. Leider fanden wir nichts passendes, er verwickelte uns aber in ein Gespräch mit dem Satz „This is no church, you can speak louder.“ Wir bekamen einen kompletten Steckenvorschlag von Plitvice nach Dubrovnik aufgeschrieben und eine selbstgemalte Straßenskizze der Stadt Senj. Künstler halt. Falls Ihr also mal in Senj Halt macht, schaut bei dem Kauz mit dem Schalk im Nacken vorbei.
Unser Plan in Nationalparknähe zu campen, ging auf. Wir zogen auf den Campingplatz Korana, der vom Nationalpark geführt wird. Die Befürchtung, er sei vielleicht wegen der Hauptsaison ausgebucht, hat sich nicht bewahrheitet. Zum einen hat es den ganzen Tag geregnet, auch beim Aufbau unseres Zeltes und zum anderen ist es ein riesiges Areal mit Grünflächen soweit das Auge reicht. Allerdings gibt es hier viele Hügel und man muss ein bisschen zirkeln, wie das Zelt am besten passt. Wir sind begeistert von der Sauberkeit der sanitären Anlagen. Morgens ist eine fleissige Dame die ganze Zeit dabei alles zu wischen und zu feudeln. Hier gibt es noch ein Restaurant, eine Bar mit WLAN, einen Snackkiosk und einen kleinen Laden, in dem man alles zu Supermarktpreisen bekommt, z.B. Frühstücksbrötchen und frisch aufgeschnittenen Belag.

Kroatien – Wir sind da!

Gestern morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück für Mensch und Technik weiter in Richtung Kroatien. Wir planten, uns in Triest umzuschauen, dort zu bleiben und noch die italienische Pasta zu probieren. Ohne Reiseführer und WLAN und mit einem Informationsbüro mitten in der Innenstadt ohne Parkmöglichkeiten taten wir uns schwer, eine Bleibe zu finden. Zudem sahen wir auf den ersten Blick außer einem Hafen und viele alte große Gebäude nichts, was uns angespornt hätte, es doch noch zu versuchen. Also fuhren wir weiter.
Es ging ein kleines Stück durch Slowenien, die Sonne schien und die Welt sah plötzlich ganz anders aus. Grüne bewaldete Hügel, kleine Dörfer, breite Fahrbahn. Sehr entspannt und gemütlich. Nachdem uns diverse Buden am Straßenrand die anboten, Euro in die kroatische Währung Kuna zu wechseln, taten wir dies und es stellte sich heraus, das es aufgrund der Mautgebühren ab der Grenze durchaus schlau war.
Im Lonely Planet lasen wir von einem Yoga-Hostel, dem Hostel Dharma, in Rijeka der ersten großen Stadt nach der Grenze. Dort probierten wir es und hatten Glück. Wir bekamen ein Dreierzimmer für uns allein für ca. 50 Euro. Es liegt im östlichen Ausläufer der Stadt fast direkt neben einer großen Shoppingmall. Da das Zimmer noch nicht bereit war, machten wir einen Spaziergang den Berg hinunter und entdeckten einen kleinen Stadtstrand. Gleich daneben ist ein Anleger für große Schiffe und Ladekräne. Klingt nach einer komischen Kombination, aber das Wasser sah dennoch sehr klar aus. Ein richtig gemütliches Plätzchen, an dem Einheimische spazieren gingen und badeten. Sogar eine Strandbar gab es. Die haben wir ausnahmsweise ausgelassen, sind am Wasser entlang gewandert und haben im Restaurant Borik gegessen. Es war üppig und lecker mit einem super Service.
Das Zimmer war übrigens super. Zwar wie ein Hostelzimmer eingerichtet, aber modern und sehr sauber. Uns wurde eine kostenlose Yogastunde um 7h am nächsten Morgen angeboten, die ich nutzte, während Jan noch weiter schlummern konnte. Ein kleines Grüppchen versammelte sich auf den Matten und machte mit dem Yogalehrer, den man auch liebevoll Yogibär nennen könnte konzentriert Morgengymnastik. Zu empfehlen. Danach gab es für 2.50 € ein vegetarisches Frühstück mit Kaffee. Das Hostel ist nämlich eine fleisch-, alkohol- und rauchfreie Zone.
Rijeka anzuschauen haben wir uns gespart und fahren nun weiter Richtung Plitvicer Seen. Übrigens fragen wir uns, wo sich die unfreundlichen Kroaten verstecken. Zuvor hörten und lasen wir, dass man nicht allzuviel Gastfreundschaft bei der ersten Begegnung erwarten sollte und mürrisches Verhalten an der Tagesordnung liegt. Alle Kroaten, die uns bisher begegnet sind, waren sehr freundlich, redefreudig und haben sogar freiwillig gelächelt! Besonders die Männer wirken teils wie sanfte Riesen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir bleiben wachsam.