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Reise durch Kambodscha – 2016

Wir entdecken in Siem Reap die Temple von Angkor Wat

Über die Grenze von Poipet

Heute morgen ging es mit dem Bus von Battambang zur kambodschanisch-thailändischen Grenze in Poipet. Versteckt zwischen den Spielkasinos lag der kambodschanische Grenzposten.

Grenzübergang Poipet

Dank des Busfahrers fanden wir uns hier gut zurecht. Erst mit Erreichen der thailändischen Seite, wurde es etwas knifflig. Alle ankommenden Reisenden wurden, je nach Richtung in die sie weiterreisen wollten, neu aufgeteilt. Allerdings schienen die Kapazitäten nicht zu reichen. Es war noch eine größere Gruppe dabei und zudem hatte ja auch jeder noch Gepäck. Also dauerte es eine Weile bis ein weiterer Bus mit Fahrer organisiert war. Währenddessen wurden wir zumindestens vom Grenzübergang per Pickup aus der Sonne in eine gekühlte Wartehalle des Busunternehmens gebracht. Von dort ging es aber dann doch zügig im randvoll beladenen aber glücklicherweise klimatisierten Minibus weiter. Nach dreieinhalb Stunden wilder Fahrt erreichten wir die Fähre die uns nach Koh Chang übersetzte. Von der Fähre teilten wir uns mit anderen Mitreisenden ein Taxi und sind nun endlich in unserer neuen Unterkunft den Paradise Bungalows angekommen

Warentransport Poipet 1 Warentransport Poipet 2

Battambang – Die Stadterkundung

Nachdem wir uns entschieden haben, morgen nach Koh Chang weiter zu reisen, gönnten wir uns heute erstmal ein wenig mehr Schlaf und nach unser guten Erfahrung von gestern, erneut ein ausgiebiges Frühstück in unserer Unterkunft.

Danach starteten wir eine Zickzack Tour durch die Stadt. Bei 37 Grad war das garnicht so einfach. Im Grunde waren wir stets auf der Flucht vor der Sonne und auf der Suche nach dem nächsten Restaurant mit Klimaanlage und kühlen Getränken. Dazwischen erhaschten wir immer mal wieder einen Blick auf die französischen Kolonialbauten, die Tempel, das Treiben auf den Märkten und die Brücken über den Fluss.

An diesem fanden wir dann zum Sonnenuntergang auch unser Lieblingsrestaurant das „Riverside Balcony„.

Riverside Balcony

Auf der großen Holzterrasse probierten wir leckere Cocktails und knusprige Pizza. Dabei unterhielten wir uns an der Bar mit der australischen Betreiberin, dem schottischen Betreiber und einem Amerikaner, der seit Jahren in Kambodscha wohnt. Die Zeit verging wie im Flug.

Riverside Balcony Bar

Battambang – Alles läuft

Nach einem gemütlichen Frühstück im dem Hostel angeschlossenen Café suchten wir uns unseren Remork-Fahrer aus. Er sprach nur das Englisch, das er sich von Touristen angeeignet hatte und hatte uns schon während des Frühstücks angequatscht. Eigentlich hatte er sich uns bereits ausgesucht. Wir waren ein bisschen skeptisch, ob er wohl verstehen würde, was wir sehen möchten und da wir nicht viel Plan von der Gegend hatten, uns auf dem Weg noch weitere Tipps und Infos geben könnte. Doch alles verlief prima. Wir kommunizierten in Englisch oder per Hand und Fuß. Geplant waren die Bambusbahn, der Tempel Prasat Banan und Phnom Sampeau. Dazwischen gab es viele kleine Zwischenstopps von denen man mit böser Zunge von einer Verkaufsfahrt bei seinen Bekannten sprechen könnte. Tatsächlich war es aber sehr interessant und ungezwungen und einiges davon stand auch in unserem Reiseführer.

Großer Straßenbuddha Dambang Kranhoung
Dambang Kranhoung

Gleich an der ersten großen Straßenkreuzung hielt der Fahrer an und erklärte uns, das die Stuatue des Dambang Kranhoung, der die Mitte säumt, von Menschen früh morgens bis abends besucht wird, diese Essen als Opfergabe da lassen und für ihre Anliegen bitten. Sogar aus China und Indien kommen die Menschen dorthin.

Im Anschluss ging es durch die Dörfer zur Bambusbahn. Diese ist nicht etwa ein Bummelzug, der viele kleine Dörfer abklappert. Am Bahnhof standen mehrere lorenartige Gefährte mit Rollermotor bereit, die von je einem Fahrer bedient werden. Eine ca. 1 stündige Fahrt kostet 10 Dollar und wird auf die Anzahl der Fahrgäste, die zusammen fahren wollen, max. 10, heruntergebrochen. In rasanter Fahrt ging es 20 Min immer gerade aus über ruckelige Schienen und kleine Brücken quer durch die Pampa. Links und rechts flogen Bäume, Felder und Kühe vorbei. Kommt einem ein Bambuswagen entgegen, gilt das Gesetz: der Wagen mit der kleinsten Fahrgastanzahl muss die Schienen räumen. Dies ist schnell erledigt, da er nur aus der oberen Platte und zwei Achsen besteht. Es wird kurz in einem Dorf am Ende der Schienen Halt gemacht und dann geht es die gleiche Strecke zurück.

Danach fuhren wir in ein Dorf, in dem wir durch ein gut erhaltenes, für die Gegend typisches Familienhaus geführt wurden. Es steht auf Holzstelzen und der untere Teil dient als offener Raum, der bei guten Wetter tagsüber genutzt wird. In den oberen Räumen wird überwiegend geschlafen. Der Großvater der alten Dame, der es gehört, hat es aus sehr hochwertigen Holzmaterialien gebaut. Er war damals eine Art Governeur. Mittlerweile wird der Großteil des Hauses als Museum genutzt.

Ein nächster kurzer Stopp wurde an einer langen Hängebrücke gemacht. Über diese gelangen Fußgänger und Motorbikes zu einem Dorf. Die Brücke führt über einen großen Fluß, der von Thailand nach Kambodscha fließt und weiter östlich in den Tonle Sap See mündet. An dem niedrigen Wasserstand wurde uns deutlich, dass es mit der Bootstour nach Battambang wirklich nicht hätte funktionieren können.

Es ging weiter zur Banan Weinkellerei. Hier probierten wir uns durch Rotwein, Brandy, Trauben- und gesüßtem Ingwersaft. Wir luden unseren Fahrer ein und schnackten eine Runde. Was wir verstanden war, dass seine Familie Ende der 70er vor dem Regime der roten Khmer an die thailändische Grenze flüchtete, um dort etwas zu Essen zu
bekommen. Gegen 1986 wanderten sie nach Kanada aus und arbeiten als Musiker in Restaurants. Jetzt kommen sie ihn ab und zu besuchen.DSC09183

Als Dankeschön für die Einladung spendierte er uns auf dem weiteren Weg eine Runde Sticky Rice. Eine Masse aus Reis, Zucker, Kokosmilch und roten Bohnen, die in ein Stück Bambusrohr gedrückt und gegart wird. Es ist ein beliebtes kambodschanisches Dessert.

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Am nächsten Halt präsentierte er uns eine große Sorte von Fledermäusen, die überall in den Bäumen hingen und sich von ihrem nächtlichen Futterflug ausruhten. Sie fliegen über 100 km jede Nacht.DSC09203

Nun kamen wir am Tempel Prasat Banan an. Um ihn zu sehen, liefen wir 358 Stufen in der prallen Mittagssonne hinauf. Doch es lohnte sich. Es waren kaum Touristen dort und die verfallenen Ruinen ließen einen vermuten, dass an diesem Ort die Zeit stehen geblieben ist.

Nach unserem Abstieg hatten wir sehr leckeres Mittagessen in dem Stand gleich an den Treppen und unterhielten uns mit einem Australier, den wir abends zufällig im Restaurant Delicious in Battambang wiedertrafen.

Über eine staubige Straße ging es an Dörfern vorbei zum Tempel Phnom Sampeau. Dieser liegt weit oben auf einem Hügel. Da wir etwas spät dran waren, ließen wir uns mit einem Motorbike hoch fahren. Zunächst bis zum ersten Plateau bei den Killing Caves. Hier wurden in der Zeit der Roten Khmer sehr viele Menschen getötet und durch ein Loch im Fels in eine Höhle geworfen. An diese dunkle, noch sehr junge Vergangenheit wird mit zwei Mahnmalen erinnert. Dies sind ein Käfig und eine gläserne Box mit menschlichen Skeletten. Auf dieser Ebene konnte man sich noch einen von innen bunt bemalten Tempel und eine Plattform mit goldener Buddhastatue ansehen.


Ganz oben befand sich die relativ große Tempelanlage von Phnom Sampeau. Hier hatte man einen tollen Ausblick auf die Landschaft. Zu sehen gab es noch eine deutsche und eine russische Kanone und eine großartige Höhle. Eine lange steinerne Treppe führte hinab zu einem spirituell anmutende Gewölbe mit zwei Statuen im Eingang. Die Decke hing voll mit kleinen Fledermäusen. Hier fühlt man sich wie ein Abenteurer aus vergangenen Jahrhunderten.

Die Treppen hinunter ging es nun zur Bat Cave, in der Millionen von kleinen Fledermäusen wohnen. Zusammen mit weiteren Urlaubern warteten wir gespannt den Sonnenuntergang ab. Dann verließen die Fledermäuse in einem nicht enden wollenden Schwarm ihre Höhle im Phnom Sampeu. Sie würden an dem Abend noch über 200 km bis zum Tonle Sap See zurücklegen um Nahrung zu suchen. Danach machten wir uns auf den Heimweg.DSC09416

Dieser Tag war der gefühlt heißeste unseres Urlaubs. Und er war der erste komplett ohne Klimaanlage.

Nach der Fete keine Knete

Heute sollte es nach Battambang gehen, soviel stand fest, als wir heute ein bisschen später aus den Federn lugten. Immerhin hatten wir gestern abend schon die Bustickets über die Rezeption bestellt. Ein super Deal. Mit dem Mekong Express Bus von Siem Reap nach Battambang mit Abholung vom Hotel für je 8$. Eigentlich wollten wir mit dem Speedboat über den Fluss fahren, aber der Wasserstand ist noch zu niedrig in dieser Jahreszeit.
Was uns nun noch fehlte, war eine neue Bleibe und Geld um beim Checkout heute zu bezahlen. Denn nachdem wir den gestrigen Abend in der Pub Street verbracht hatten, haben wir leider vergessen noch etwas abzuheben.
Unsere Hotelrecherche übers Internet ergab, dass unsere Wunschunterkünfte nicht mehr buchbar waren. Nach dieser Erkenntnis, hetzten wir in die Stadt, um Geld abzuheben. Aber keiner der vielen Automaten akzeptierte unsere Karten. Wenige Minuten der heimlichen Panik überkamen uns. Was, wenn die in Kambodscha nicht funktionieren? Dann wäre jedenfalls klar, wann es weiter nach Thailand geht – sofort! Kein Bargeld, keine neue Unterkunft, hoffentlich funktioniert wenigstens die Kartenzahlung im Hotel. Teller waschen? Alles doof? Nö, alles prima! Karte funktioniert, Rezeption hat telefonisch unser Zimmer gebucht, der Bus ist da. Es kann losgehen!
Der Minibus war gut gefüllt, jedoch klimatisiert. Wer lange Beine hat, muss sehen, wo er sie in den 3,5 h Fahrt unterbringt. Unser Hostel, das Ganesha Family Guesthouse, hat Dormbetten und Doppelzimmer. Wir sind in einem Doppelzimmer mit neu gefliestem, sauberen Bad. Das Zimmer ist sehr klein, mit Ventilator, einem pinken Moskitonetz über dem Bett, viel Regalplatz und hat auf Grund der nach oben offenen Wände im 2. Stock wenig Privatsphäre. Für 11$ scheint es aber ein guter Deal zu sein. Die Rezeptionsdame war sehr unfreundlich, laut Bewertungen geht es aber wohl eigentlich netter zu. Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag, was man von der einheimischen Bevölkerung nur nicht gewohnt ist.
Kurz vor Sonnenuntergang haben wir unseren Spaziergang durch die Stadt gestartet, aßen schon Bratnudeln in einem Straßenrestaurant und sitzen nun in einem netten Café/Restaurant mit Namen „Delicious“ unter Gleichgesinnten und nutzen das W-LAN. Morgen wollen wir auf jeden Fall mit der Bambusbahn fahren und den abendlichen Flug der Fledermäuse angucken.
Ach übrigens, hier akzeptierten die Automaten unsere Karten, wir dürfen also noch ein bisschen in Kambodscha bleiben.

Angkor – Die große Tempeltour

Heute haben wir uns die weiter entfernten Tempel von Angkor angesehen. Details und Fotos reichen wir nach.

Auf der Rückfahrt besuchten wir noch das Landminen Museum, welches von einer gemeinnützigen Organisation betrieben wird.

Durch das tägliche Gewitter ging es dann nach Hause. Sobald sich der Regen gelegt hatte, zogen wir in die Stadt, um uns zu stärken und mit anderen Reisenden den immer noch sehr warmen Abend zu geniessen.